Westlich des historischen Zentrums befinden sich die berühmten 48 ha großen BÅ‚onia-Wiesen, die eine der größten Grünanlagen im Zentrum einer europäischen Großstadt darstellen. Seit 2000 sind sie offiziell als Denkmal geschützt. Ihre Geschichte geht auf das Jahr 1162 zurück, als der wohlhabende Adelige Jaksa z Miechowa, der später den Orden der Gottesgrabhüter stiftete, die Wiesen zwischen Zwiezyniec und Lobzow vor seiner Pilgerfahrt ins Heilige Land den Norbertanerinnen vermachte. 1254 hat Bischof Jan Prandota hier bei der Feier der Heiligsprechung des StanisÅ‚aw ze Szczepanowa die Abgeordneten aus Assisi empfangen. Die Norbertanerinnen tauschten die BÅ‚onia 1366 beim Stadtrat gegen ein Gebäude in der Altstadt an der ulica FloriaÅ„ska ein. König Kazimierz der Große sicherte den Bürgern zu, dass die Wiesen nicht bebaut, sondern den Krakauern stets zur Vieh- und Pferdehaltung dienen werden. Dieses Privileg wurde Ende des 14. Jahrhunderts von der Heiligen Königin Jadwiga bestätigt. 1809 wurde hier zu Ehren von Napoléon Bonaparte eine Militärparade abgehalten, die Fürst Józef Antoni Poniatowski und General Jan Henryk DÄ…browski organisierten. 1834 bestätigte der Senat der Republik Krakau das Privileg von Kazimierz dem Großen. 1849 hielt Zar Nikolaus I. hier vor dem Einmarsch in Ungarn eine Militärparade ab. 1906 wurden um die BÅ‚onia die drei Krakauer Sportvereine WisÅ‚a Kraków, Cracovia und Juvenia Kraków gegründet. 1910 fand hier die 500-Jahrfeier der Schlacht bei Tannenberg (1410) (Grunwald) und 1933 die 250-Jahrfeier der Schlacht am Kahlenberg (Wien) statt. Nach der deutschen Besetzung 1939 sollten die BÅ‚onia zugebaut und der nahegelegene Tadeusz-Kosciuszko-Hügel abgetragen werden. 1965 wurde an den BÅ‚onia das Hotel Cracovia errichtet. Seit 1979 fanden hier vor einer Gemeinde von einer bis drei Millionen Menschen mehrere von den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. abgehaltene katholische Messen statt, hier verabschiedeten die Krakauer auch am 2./3. April 2005 in einer Trauerfeier den verstorbenen Papst Johannes Paul II. Entgegen oft wiederholter Meinungen handelte es sich allerdings dabei weder um die größten in Polen, noch um die größten von Johannes Paul II. jemals abgehaltenen Messen. (Die größte Messe in Polen hielt Johannes Paul II. 1979 auf dem Flughafen Kattowitz vor über drei Millionen Menschen und seine größten Messen überhaupt auf den Philippinen und in Lateinamerika vor ca. fünf Millionen Gläubigen). Die BÅ‚onia wird wegen dieser Besuche des Papstes auch “Papstwiese” genannt.



